• Sonja

Freunde - Familie !

Aktualisiert: März 21

Wer ist in der Krise an Deiner Seite?


Freundschaften sind ein Geschenk, nicht wahr? Für den einen, ist es der Bruder, für den anderen die Schwester. Ein anderer hat für jeden Bereich eine gute Freundschaft, was ja nicht schlecht ist, denn auch das hat seine Vorteile. Doch wie gehst Du mit Deinen Freundschaften um? Welchen Wert gibst Du Ihnen? Und was teilst Du mit Ihnen, ohne diese zu überstrapazieren?


Erst in einer wirklich herausfordernden Situation, weißt Du, wer Deine wahren Freunde sind. Ich habe dies erkannt, als ich vor der größten Herausforderung stand (die ich bis dahin erlebte). Die Trennung und spätere Scheidung, von meinem heutigen Exmann. Wer ist in solch einer Krise wirklich da?


Ich meine nicht nur zum Kaffee und quatschen, es sei denn diese Art „Smalltalk“ unterstütz Dich oder Dein gegenüber. Sondern zum Wahrheit aussprechen, Tränen wegwischen, ja sogar um Halt zu geben. Was ich Dir bestimmt sagen kann: „Du wirst es erst wissen, wenn Du in einer dicken Krise steckst. Jedes Gerede vorher, Ja wir sind da etc. … Das kannst Du gleich abhaken!“


Vielleicht hast auch Du schon eine Krise erlebt, in der Freunde echt auf die Probe gestellt wurden. Meist wird es richtig kompliziert, wenn ihr einen gemeinsamen Freundeskreis habt. Bei einer Krise ziehen sich dann vielleicht der ein oder andere zurück: „Wir wollen nicht dazwischenstehen!“ Was heißt das eigentlich? Oder wollen sie dann einfach keine Stellung beziehen? Wer weiß das schon. Manchmal wohnen beste Freunde gleich um die Ecke. Andere sind Kilometer weit entfernt. Fakt ist, sie sollten, genauso wie Du es auch tun würdest, da sein, wenn es brennt. Schon ein kleines Telefonat kann hilfreich sein, um den eigenen Blick zu verändern.


Ich erinnere mich an einen Tag, kurz nach der Trennung, als es mir nicht so gut ging. Die Haustürklingel ertönte, irgendwie hatte ich keinen Nerv die Tür zu öffnen, tat es dann aber doch. Ein Karton kam mir, fast auf Augenhöhe entgegen: “Hallo Schwesterherz!“ Während dieser Worte öffnete ich die Haustür weiter. Es war der Tag, an dem ich später erfuhr, mein noch Ehemann (zu dem Zeitpunkt), hatte sich kurz nach seinem Auszug verlobt. Wenige Wochen waren seitdem vergangen. „Ich war einkaufen und hab gleich für Dich mit eingekauft!“, so die Worte meiner Schwester und sie stellte den Karton in die Küche. Also ich war platt und Tränen liefen mir übers Gesicht. „Was bekommst Du denn dafür?“, fragte ich sie. Ihre Antwort: „Gar nichts, ist schon gut!“ Und wieder liefen Tränen, weil ich so dankbar war und wusste, ich hätte das wahrscheinlich nicht alles bezahlen können. Sie war da munterte mich auf und hatte auch schon einen Essensplan für die Woche, in ihrem Kopf, für uns.


Meine Schwester, wir haben schon so manche Herausforderung zusammen gemeistert. Manchmal brauchen wir Abstand voneinander. Aber wenn es bei einem von uns brennt, dann sind wir da füreinander.


In dieser Zeit, der Trennung, trennten sich Freundschaften, wie die Spreu vom Weizen, von uns. Doch die allermeisten blieben. Sie halfen bei technischen Dingen, wie Telekommunikation, beim Umzug und hörten sich viele Wochen mein Gejammer an. Genau diesen Punkt sollte man nicht überstrapazieren. Hier kann evtl. Therapeutische Unterstützung gut sein. Auf jedenfall machten sie mir immer wieder Mut: „Schau nach vorn…!“

Und dann gab es die Freundschaften, die mit mir, ich nenne es „Zeit des Vergessens“ nutzten. Das heißt raus aus dem Alltag, hinein in die Lebensfreude, in dem wir einfach Spaß hatten. Und es gab die, die das Gleiche durchmachten. Es sind die, die Dich ganz anders verstehen, weil sie diesen Schmerz, die Hilflosigkeit und die, innerer Verwirrung gut nachempfinden können. Auch die, die mit dem klaren Blick, mit völlig klarem Gedanken weiterhelfen. Gerade weil sie noch nie in solch einer Krise waren.


Ja, in meinem Umfeld gibt es super gute Freundschaften! Alte und auch neue haben sich in meinen Freundeskreis zusammengefügt. Jede ist auf ihre ganz eigene Art und Weise vertraut, bereichernd und ein Geschenk in meinem Leben. Nachdem meine beste Freundin starb wusste ich, für mich wird es nie wieder diese „einzige“ beste Freundin geben. Ich bin stolz einen Freundeskreis zu haben, in dem jeder sein bestes beiträgt und ich mein bestes gebe. Bedenke jede/r gibt in dem Moment ihr/sein bestes um Dich und sich selbst glücklich zu sehen.


Herzlichst Sonja Ruhl


PS.: Sei achtsam mit Deinem Umfeld, welches sich Freunde oder Clique nennt.


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