• Sonja

Ohne Sofa,

Aktualisiert: März 21

eine fatale Entscheidung!


Die Tür fiel ins Schloss und da stand ich. Hielt die Scheine in der Hand, dachte mir: „Naja, es hätte mehr sein können“. Doch worauf hätte ich warten sollen? Welche Möglichkeit, mich anders zu entscheiden, hätte ich gehabt? Nun war ich doch beruhigter. Zumindest für die nächsten Wochen, genug Geld zu haben, um unseren Kühlschrank (der Kids und mir), ohne Unterhalt zu füllen.

Ich wollte mich nicht vom Amt abhängig machen. Mein Drang es alleine zu schaffen war unglaublich hoch. Okay, es gab später ein bis zwei Monate, da ging es echt nicht ohne.

Eines Tages stand ich im Büro, meines Anwalts und teilte ihm mit: "Ich habe noch genau 4€ und ein paar Cent, für die nächsten zwei Wochen, um den Kühlschrank zu füllen!!!" Ja, betretenes Schweigen, stand dann im Raum. Kämpften wir doch schon, auf allen Ebenen um unsere Existenz. Er beruhigte mich und sagte: “Wir tun alles und das wird schon!“ Puuuh, ich hatte so eine Wut, so eine tiefe Enttäuschung, die ich in mir trug. Doch wusste ich auch, er hatte recht.

(Was meine Ellbogenverletzung damit zu tun hat, dazu gibt es einen anderen Beitrag)


Nun war es verkauft, das Sofa. Es war wirklich, vom Feinsten. Die zwei Lehnen, die verstellbar waren. Dort wo es stand hat es perfekt hingepasst. Jetzt nahm ich den Staubsauger, hörte den Hall in dem großen Wohnraum. Erinnerte mich, war es doch genau der Ort, der Platz, an dem Worte fielen dessen Ausmaß niemand geahnt hatte und uns genau in diesen Moment brachten.

Der Umzug nahte, die kleine Wohnung war voll, mit Möbeln und Kisten aus den damaligen dreihundert Quadratmetern, des Hauses. Also wo hätte das Sofa überhaupt Platz haben sollen. Erstmal hatten wir ja unsere Betten zum auszuruhen oder auch um uns zurück zu ziehen. Wenn uns, nach Weinen, oder Schlafen zumute war. Schlafen, das war schon viele Monate ein Fremdwort für mich. Wenn ich zurückblicke, weiß ich echt nicht, wie ein Mensch mit fast keinem Schlaf überlebt.


Irgendwann saß ich bei meiner Therapeutin, die mich durch die Trennungsphase begleitete. Ohne Sie hätte ich einiges nicht verstanden, umso besser verstehe ich heute, mich und die Kinder. Sogar meinen mittlerweile Exmann, ihm wünsche ich von Herzen alles Gute (auch dazu wird es ein mehr an Beitrag geben). Also Sie fragt mich: „Wie gut schlafen Sie? Wie ist ihr Schlafrhythmus?“ Puuuh, was eine nervige Frage, dachte ich. Doch ich antwortete ihr. „Ich ruh mich aus und ab und an schlafe ich. Warum fragen Sie mich das?“, das wollte ich wissen. „Wo ruhen Sie sich aus? Wo tanken Sie Kraft ohne irgendetwas zu tun?“ Mmmh, man sah mir an, das ich grübelte. „Zu Zeit gar nicht!“, war meine Antwort. „Wissen Sie, es ist wichtig ein Sofa oder ähnliches zu haben. Einfach um auszuruhen. Ein Bett ist zum schlafen da. Sie haben sich selbst mitgeteilt, in meinem Bett werde ich die nächste Zeit ausruhen. Doch dann fehlt Ihnen der Schlaf. Verstehen Sie das?“ Mein Blick, traf ihren. „Natürlich verstehe ich das. Ich bin in einer Trennungsphase, aber nicht dumm oder ähnliches?“ Sie schmunzelte, weil Sie wusste ich hatte recht. Und ich, ich war geschockt und in Gedanken, mit der Frage. “Warum hatte ich nur unser Sofa verkauft? Konnte ich uns doch kein neues kaufen.“

Wochen nach diesem Tag, rief mich eine Freundin an. „Wir kaufen uns ein neues Sofa! Ich hatte an Dich gedacht und wollte fragen, möchtest Du unser „Gebrauchtes“ haben?“ Was für ein herrlicher Anruf. Natürlich stimmte ich zu. Wusste ich ja, aus welchem Haushalt dieses kommt.

Kurz vor unserem nächsten Umzug, der überhaupt nicht in unserer Planung war (doch dazu irgendwann ein anderer Beitrag), holten wir das Sofa ab. Stellten einen Teil ins Wohnzimmer und ein Teil wurde erstmal bei Verwandten untergestellt. Welch tiefe Dankbarkeit und Freude ich empfand, das konnte und kann niemand nachempfinden. Das Strahlen der Kids ließ und lässt mich erahnen, dass sie es sind, die wissen, wie schlecht es mir damals wirklich ging. Und auch heute, in unserer wunderschönen neuen Wohnung. In unserem ganz neuem zu Hause, sitze oder liege ich auf dem Sofa. Mit einem schönsten Lächeln, dankbar mich ausruhen und Kraft tanken zu dürfen.

Am Abend in mein Bett zu gehen, um tief und fest zu schlafen. Was mir wieder bestens gelingt. Ich für mich habe viel daraus gelernt.


Achte auf Deine Auszeit, nimm Dir genug Zeit zum Schlafen. Es ist nicht wichtig, dass es der beste Gegenstand vom Besten ist. Manchmal gibt es Zeiten, im Leben, da ist es wichtig das es seinen Zweck erfüllt. Um am Ende festzustellen, das es das Beste ist, was einem passieren konnte.

Sei gespannt auf die nächsten Blogbeiträge. Denn davon wird es hier noch, einige spannende geben.

Herzlichst Sonja Ruhl

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